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De mortui nil nisi bonum. Wenn es um den Papst geht, fühlt man sich dann doch schon verpflichtet, die verschütteten Lateinkenntnisse wieder vorzukramen. Nicht weil der Ausspruch Über die Toten nichts ausser Gutes in diesem Falle so gut passen würde. Zumal ja die lateinische Form wie so vieles, was ich in Latein bewerkstelligt habe, voller Fehler stecken wird.
Merkwürdig ist, dass man direkt über den Tod des Papstes so wenig sprechen oder schreiben kann. Immer ist man versucht, entweder in einen Kommentar über den Medienrummel zu verfallen oder über die Taktikten bei der Nachfolgerfrage zu politisieren. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass der Papst nicht zum Kreis meiner Idole gehört und die Beziehung von daher sehr emotionslos und distanziert war. Andererseits nimmt er bei mir auch nicht die Position des Lieblings-Feindbildes ein.
Solche Sätze, wie sie jetzt von seinem Sterbebett kamen: "Ich bin glücklich, seid Ihr es auch!" haben aber schon was, was mich in den Bann zieht. Wobei ich mich da – wieder greift der Medienrummel – schon frage, ob diese Formulierung nicht von der PR-Abteilung des Vatikan nachgeschliffen worden ist. Egal, in dem Falle halte ich es mit John Ford: Mir ist die Legende wichtiger als die Wahrheit.
Ob er den Medienrummel so gewollt hat? Zumindest hat er wenig getan, um dem gegenzusteuern. Und ich liege wohl nicht falsch, wenn ich sage, dass der gern gescholtene Vergleich von John Lennon "Die Beatles sind jetzt berühmter als Jesus" auf den Papst, zumindest in der jetzigen Situation noch viel mehr zutrifft.
Also versuchen wir es mit dem pragmatischen Ansatz von Brechts Herrn Keuner:
--RolF
Bevor die Brecht-Kenner verbal auf mich einprügeln. Der genaue Wortlaut der Frage, die Herrn K. gestellt wird, ist:
Hola Amigos !! Ja, ich weiss, klaeglich wenig was wir hier bisher von der sprachlichen Seite mitgenommen haben, dafuer hier exclusiv das erste (und letzte) Bild von uns in Santiago, geschossen von José (fuer die Unwissenden unter euch: Chossee) Wir haben in seinem Hostel (was aus seiner Privatwohung im 11. Stock eines Hochhauses bestand) uebernachtet, als wir auf dem Weg in den Norden waren.

Noch ein paar Eckdaten: Wetter: Sueden - angenehm, windig. Norden: Heiss wie die Sau und trocken, da Wueste
Menschen: alle unglaublich nett und hilfsbereit, ueberaus geduldig, wenn sie von englischsprachigen Deutschen angesprochen werden
Land: atemberaubend (siehe Postkarte, die wir heute abgeschickt und vermutlich in einigen Monaten ankommen wird…)
Klo: kannste vergessen! Ueberall ein Schild in jeglichen Sprachen: Bitte nichts, auch kein Toilettenpapier ins Klo werfen. Eine lateinamerikanische Scheixx-Anleitung fehlt 
Resumé: wir sind hin und weg (Melli steht hinter mir und wirft kein Veto ein - ist also gleicher Meinung)… oder sie schlaeft schon wieder…
Kommen aber trorzdem (wegen den Klo) am Freitag wieder heim.
Viele Gruesse Marc und Melli
Sag mal wie machst du das? Bist du bei Tom Cruise in die Schule gegangen? Wieso siehst du auf dem Bild plötzlich aus, als wärst du 2 Köpfe größer als Melli? Oder ist Jose etwa der Fotograf, der das Kultfoto von Che Guevara aufgenommen hat? Das hatte ja auch diese schmeichelnde Unterperspektive. – RolF
Die Deutsche Telekom versucht ja schon seit Jahrem jedem an den Karren zu fahren, der in Werbung oder Logos eine deutlich bläulich rote Farbe benutzt: Magenta gehört uns, das darf niemand anderes! Aber da frage ich mich doch, weshalb die Telekom Werbung auf den Trikots von Bayern München macht. Die sind ja immer noch rot. Ist der Plan etwa, in zwei Jahren zu behaupten, "Also ihr lieben Leute von Heinz Ketchup, so geht es nicht: Rot gehört uns!" ?
Die andere Frage ist: Sollte man Jörg Haiders neuer Partei "Bündnis für die Zukunft Österreichs" verbieten, sich die Farbe Orange anzueignen? Sieht das so aus als wollte er auf der neuen Sympathiewelle, die nach den Demonstrationen in der Ukraine für die Farbe Orange entstanden ist, mitschwimmen? "Ja, wir sind doch die Freiheitlichen, also muss Orange, die Farbe der Freiheit, zu uns!" Blöde nur, dass "Die Freiheitlichen" jetzt nicht mehr seine Partei sind. Er ist ja raus aus der Freiheit und rein ins Bündnis. Oder ist er nicht nur ins Bündnis sondern auch gleich in die "Zukunft"? Wenn wir in also von den Fernsehschirmen winken sehen, dann winkt er uns aus der Zukunft zu?
Wie war doch gleich noch mal der Ratschlag von Karl Krauss für solche Fälle: Gar nicht erst ignorieren!.
– RolF
Dienstag wird die GRILL-Saison eröffnet !!! Jürgen kommt, 2 aus meiner Heimat, ich ruf mal Dino und Roderich an. Bier gibts, alles andere muss mitgebracht werden. Ich putze auch den Grill!
Berichtigung: okok, hab grad Rolfs Mail gelesen. Grillsaison wurde bereits eröffnet. Na dann eben: MORGEN wird GEGRILLT !!
Die Sammelei geht wieder los !!! Auf allen Landliebe Gläsern/Bechern ist eine Marke. In der Küche ist der zentrale Sammelort. (rechts vom Kühlschrank)
Bei 35 gibts eine Schale.
Es kommt gelegentlich vor, dass Personen mit krimineller Energie (sogenannte Hacker) gefälschte E-Mails mit unechten Absendern verschicken. So erscheinen die E-Mails im Posteingang des Empfängers, als wären diese von einer renommierten Firma versendet worden. Die Echtheit der "Rechnung per E-Mail" von der Deutschen Telekom AG, T-Com können Sie jederzeit leicht an der Angabe Ihres korrekten Buchungskontos in der Betreffzeile erkennen. Sofern eine E-Mail dieses Sicherheitsmerkmal nicht enthält, sollten Sie diese E-Mail sofort löschen und keinesfalls öffnen.
So einen Passus, wie ich ihn hier zitiert habe, erhält man von der Deutschen Telekom per Mail. Personen mit krimineller Energie ist schon ein sehr spezielle Wortschöpfung. Nur ist nun ein Hacker weniger jemand, der Spam-Mails verschickt, sondern eher jemand, der bei dem Telekom-Online System mal testweise eine Session-id ändert und, siehe da, plötzlich Daten von anderen Personen zu sehen bekommt. Irgendwas – aber wohl kaum kriminelle Energie – treibt ihn dazu, diese Merkwürdigkeit der Telekom zu melden, was durchaus unerfreuliche und unverständlicherweise auch ablehnende Reaktionen der Dt.Telekom zur Folge hatte.
Aber mag ja auch sein, dass "sogenannte Hacker" gar keine (echten) Hacker sind, sondern Spammer. Die Telekom kennt sich mit solchen Typisierungen sicher aus. Die weiss ja auch welche Farben alle Magenta sind, und welchen arglosen Website-Betreibern man deshalb eine Abmahnung oder eine Unterlassungsklage zukommen lassen muss.
– RolF
Ausnahmsweise mal nicht in der Samstags-Warteschlange gestanden: Nicht weil nicht Samstag gewesen wäre, sondern weil es wirklich keine Schlange gab. Jedenfalls bin ich gerade dabei zu gehen und versuche schon meine volle Konzentration auf den mich hinter der Tür erwartenden Strassenverkehr zu richten, da werde ich durch folgenden Satz aus dem Mund meiner Hinterfrau irritiert:
So, zum Mitnehmen, eine Kirschtasche …
Ja, wie wo sind wir denn? Da hätte man ja fast schon die Gegenfrage der Bäckereifachverkäuferin erwartet: "Auf der Waffel oder im Becher?". Oder mit noch mehr südländischen Flair: "Mit allem? Mit scharf?"
Ganz schön erschreckend, wie weit die Konditionierung schon um sich gegriffen hat und wie das bloße Vorhandensein einer Theke unsere Sprache beeinflusst. Da ist der Tag wohl nicht mehr allzufern, an dem ich mich an der Supermarktkasse sagen höre: "Nee, zum hier essen!"