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2012-11-23

Neues von der Gebühreneinzugszentrale

Im Januar 2013 kommt die Haushaltsabgabe statt den bisher üblichen Gebühren für Rundfunkgeräte. Das erstaunliche dabei ist, dass eine WG als ein Haushalt zählt. Nach der ersten Ankündigung dieser neuen Abgaberegelung vor einem Jahr oder so (hm, oder so braucht ziemlich viel Spielraum, denn der erste Kommentar dazu auf diesem Wiki datiert vom 2010-06-10) war ich mir nämlich ziemlich sicher, dass da so lange dran rumgebogen wird, bis WGs doch wieder aus dem "Ist ein Haushalt" Raster raus fallen.

Meinen Frust darüber, dass meine Dixie-Idee mit der gemeinsamen Toilettennutzung als Haushalts-Kriterium nicht aufgegriffen wurde, habe ich inzwischen überwunden. Es gibt nämlich da eine nette Broschüre mit dem griffigen Titel Informationen zur Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht und zur Ermäßigung des Rundfunkbeitrags, die auf http://www.rundfunkbeitrag.de/service/haeufige-fragen.shtml#zutun-befreiung-beantragen herunter geladen werden kann. Ein Teil davon besagt:

Anspruch auf Befreiung habenErforderlicher Nachweis
Empfänger von Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungs-förderungsgesetz (BAföG), die nicht bei den Eltern wohnen aktueller BAföG-Bescheid/Bescheinigung der Behörde über den Leistungsbezug
Empfänger von Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) nach den §§ 99, 100 Nr. 3 SGB III a. F. (neu: §§ 114, 115 Nr. 2 SGB III) oder nach dem Vierten Kapitel, Fünfter Abschnitt SGB III a. F. (neu: Dritten Kapitel, Dritter Abschnitt, Dritter Unterabschnitt SGB III), die nicht bei den Eltern wohnen aktueller Bewilligungsbescheid/Bescheinigung der Behörde über den Bezug von Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)
Empfänger von Ausbildungsgeld nach nach § 104 ff. SGB III a. F. (neu: § 122 ff. SGB III), die nicht bei den Eltern leben aktueller Bewilligungsbescheid/Bescheinigung der Behörde über den Bezug von Ausbildungsgeld nach § 104 ff. SGB III a. F. (neu: § 122 ff SGB III)

Soll heissen wir sind auf der Suche nach BAFöG Empfängern. Denen können wir nämlich das Zimmer 17,98 Euro billiger anbieten. Denn wenn er sich bei der GEZ für unsere WG anmeldet, fallen eben diese 17,98 für die Gesamtheit weg. Moment, klassischer Denk- und Rechenfehler, wir anderen bezahlen ja durch den Wegfall der Gebühr nur jeweils 4,50 Euro weniger. Nur das, was wir anderen nicht mehr an die GEZ bezahlen müssen, bezahlen wir als Wohnungszuschuss und gelebte soziale Verantwortung im Sinne des Subsidiaritätsprinzips an den neuen, und das sind halt nur 13,50 Euro. Und eben auch nur für den ersten. Dessen Nachfolger oder Nachfolgerin bringt uns ja keine Ersparnis. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Er müßte an jeden der 3 anderen wieder vier Euro Fuffzich abdrücken, falls er kein BAFöG bekommt, weil eben das unser finanzieller Nachteil ist, wenn wir ihn bei uns einziehen lassen.

Wenn das nicht geil ist! Ich formuliere das noch mal neu und komprimiert: Ich muss nur einmal einen Studenten mit Bafög-Anspruch finden, und dann muss ich nie mehr GEZ bezahlen! Naja, solange ich eben nicht aus der WG ausziehe.

RolF

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2012-11-27

Der alltägliche Faschismus

Wer jetzt einen Bericht aus dem Leben des Blockwarts von Neureut erwartet, auch bekannt als der wachsame Nachbar, den muss ich leider enttäuschen. Der alltägliche Faschismus kommt nämlich ganz ohne Personal, also ohne Faschisten aus. Und natürlich begegnet er einem im Straßenverkehr – wo auch sonst? Aber nicht belehrend hupende Autofahrer oder andere der üblichen Verdächtigen sind das Übel, sondern kleine, fast unsichtbare Schilder mit grüner Schrift.

Diese grüne Schrift auf weißem Grund hat sich nämlich für die Beschilderung von Radwegen etabliert. An sich ist das ja was durchaus positives, wenn ich aus Durlach rausfahre und weiß, dass ich noch 26 Kilometer bis Pforzheim vor mir habe. Aber heute starrte mich doch tatsächlich ein Schild mit der Aufschrift "Alle Richtungen" an. "Häh? Ich will aber wissen, ob ich durch diese blöde Unterführung nach Grötzingen oder nach Durlach komme. Ich will ein Schild lesen, auf das ich innerlich als mündiger Bürger 'Ja, richtig' antworten kann." Als Radfahrer, der an jeder dritten roten Ampel die konkret gelebte Anarchie am Leben erhält, ist mir nichts mehr zuwider als ein stumpfes, befehlendes "Da lang!" Für Autofahrer mag das ja noch angehen, die haben sich ja eh dem kaum kaschierten Faschismus der Verkehrsregeln unterworfen. Achtung, wenn Verkehrsregeln als faschistisch bezeichnet werden, heißt das nicht, dass sie allesamt unsinnig wären. Es kommt aber nicht nur darauf an, was sie bewirken -- eben die Regelung des Verkehrs – sondern auch, was sie an Empfindungen hervorrufen. Und das sind eben bei den meisten Menschen die unangenehmsten Unterdrückungsgefühle. Vor allen Dingen weil der normal-sterbliche Radfahrer eben nicht mal schnell einen U-Turn hinlegt und die 3 Kilometer zurückfährt, wenn er feststellt, dass bei alle Grötzingen eben doch nicht dabei war.

Die Lösung findet sich in dem, was die Münchner Lach- und Schießgesellschaft mal irgendwann in den 80-ern formuliert hat: Ich bin für Selbstbeherrschung als kleinstmögliche Form von Faschismus. Und daran halte ich mich. Vor allen Dingen dann, wenn ich mal wieder vor einer roten Fahrradampel stehe, während die Autos, die in der gleichen Richtung wie ich unterwegs sind, ungerührt über die grüne Ampel fahren. Keine Ahnung, warum das so sein muss, dass die Fahrradampeln solange rot sind, bis jemand vorbei kommt und auf den Ruftaster drückt. Wieso können die nicht synchron zu den Autoampeln auch auf grün schalten. Verbraucht das rote Ampellicht weniger Energie? Oder haben sie die Ampeln so billig eingekauft, dass sie jeden Schaltvorgang einsparen müssen, weil sonst die Lebenszeit um ein Drittel zurückginge?

Ich finde schon, dass das Selbstbeherrschung ist, dass ich an so einer Ampel noch nie den Baseball-Schläger ausgepackt habe, und in wildem Amoklauf auf den Ruftaster eingeprügelt habe.

RolF

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