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Das GEZ konforme WG-Küchen-Radio vermeldete heute morgen, dass es in Limburg eine Initiative "Pfarrei neuen Typs" gibt. Als Bewegung, die das zur Zeit beliebteste Feindbild Franz-Peter Tebartz-van Elst überwinden will. Naja, ob sie das Feindbild überwinden wollen, weiß ich nicht, aber jedenfalls wollen sie den Misskredit in der die katholische Kirche in Limburg steckt, und die fehlende Offenheit in den Entscheidungsstrukturen überwinden.
Aber warum ausgerechnet mit einem Begriff wie "Pfarrei neuen Typs"? Na, klingelt's da nicht schon bei jemand? Ich muss da jedenfalls sofort an Partei neuen Typs denken. Lenin, russische Revolution, Geschichte 11.Klasse. Avantgarde des Proletariats war das Schlagwort, das besagte, dass die Masse der Arbeiter nicht revolutionär genug sei und deshalb von einer revolutionären Elite ideologisch geschult werden müsse, um ihr zu ihrem eigenen Glück zu verhelfen. Da ich zwar Kulturpessimist bin aber ansonsten schon geneigt bin, eher an das Gute im Menschen zu glauben, vermute ich mal, dass es sich bei der Namensgebung einfach um einen unschönen Lapsus handelt und dass der nicht geheimes Programm ist.
Aber das Wiki will natürlich niemand davon abhalten, seine eigene Verschwörungstheorie dazu zu bilden. Und was Eliten und Hierarchien anbelangt, kann die katholische Kirche ja auf einen durchaus langjährigen Erfahrungsschatz zurückgreifen.
– RolF
Nachdem die Bundesländer den Verbotsantrag gegen die NPD vor zwei Wochen beim Bundesverfassungsgericht eingebracht haben, ist die Diskussion um das Parteiverbot und, wieso das gerade bei der NPD sinnvoll sei, mal wieder etwas hoch gekocht. Ein Argument dabei, das auch mehrfach mit kleineren Abwandlungen benutzt wurde, lautete:
Leider schaffe ich es nach so einem Satz nicht mehr, mich auf die inhaltliche Überlegung dahinter einzulassen, denn das benutzte Bild zeugt von soviel Unkenntnis, dass ich von der Urteilsfähigkeit dessen, der ihn von sich gegeben hat, nicht mehr viel halten kann. Wer von Biedermännern und Brandstiftern redet, sollte Max Frisch und dessen Theaterstück "Biedermann und die Brandstifer" wenigstens (sekundär) gelesen haben. Was ja nun in Zeiten von Wikipedia kein allzu grosses Problem mehr sein sollte.
Biedermann deckt nämlich nicht die Brandstifter sondern im Gegenteil die Brandstifter zünden das Haus von Biedermann an (weil er zu doof oder zu vertrauensselig ist, um die Anzeichen des Plans (Benzinkanister die in sein Haus transportiert werden) richtig zu deuten. Biedermann ist also der klassische Naivling und genau das will man nun ja in der NPD Parteispitze nicht sehen. Gegen Naivlinge wird ja keiner ein Verfahren anstrengen. "Wolf im Schafspelz" ist zwar als Bild schon deutlich abgegriffen, passt aber in dem Fall weitaus besser.
– RolF